Münchner Kulturinstitution muss Insolvenz anmelden

Aus für die "Lach- und Schießgesellschaft" nach 67 Jahren.

Die "Münchner Lach- und Schießgesellschaft" ist Pleite. Wie Thomas Hellhake, Anwalt des Gesellschafters Bruno Jonas, am Dienstag mitteilte, hätten Jonas und seine Co-Gesellschafterin Laila Nöth am Montagabend beim Amtsgericht die Insolvenz beantragt. Der Grund: "der Finanzstatus nach der vorläufigen Bilanz 2022".

Harsche Kritik an Geschäftsführer Stefan Hanitzsch

Verantwortlich für die Pleite wird Geschäftsführer Stefan Hanitzsch gemacht, mit dem sich Nöth und Jonas zerstritten haben. "Der Versuch des Neubeginns mit Stefan Hanitzsch als Gesellschafter und Geschäftsführer der jungen Generation (Jahrgang 1977) zum Jahreswechsel 21/22 ist unternehmerisch und persönlich gescheitert", ist in der von Jonas und Nöth unterzeichneten Mitteilung zu lesen.

Eine Abberufung Hanitzsch' als Geschäftsführer sei "aus Gründen" notwendig gewesen. "Die Aufarbeitung dieses Fehlschlags benötigt Zeit. Der Streit unter Gesellschaftern wäre für jeden Neuanfang eine Belastung. Bruno Jonas und Laila Nöth machen deswegen den Weg frei für eine altlastenfreie Übertragung der für Münchens Kultur bedeutsamen Spielstätte aus der Insolvenz heraus", so die beiden Gesellschafter:innen.

Spielbetrieb eingestellt

Der Spielbetrieb in der "Lach- und Schießgesellschaft" ist derweil eingestellt. Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, bekamen die Künstler:innen, die zuletzt aufgetreten waren, keine Gage mehr, sondern die Mitteilung: "Die Gesellschaft befindet sich in einer Schieflage. Von Anwälten wird geprüft, ob Insolvenzantrag gestellt wird."

Dem Bericht zufolge habe die Stadt zuletzt versucht zu vermitteln – offenbar recht erfolglos. So habe am vergangenen Freitag ein Gespräch zwischen den Beteiligten und Kulturreferent Anton Biebl stattgefunden, das zu keiner Einigung geführt hat. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte in der Folge mitgeteilt, dass "ein weiteres Gespräch mit dem Teilnehmerkreis zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll erscheint". Einzelgespräche machten "aus unserer Sicht und auch nach Lektüre der verschiedenen öffentlichen Stellungnahmen keinen Sinn".

Nichtsdestotrotz wolle die Stadt der 67 Jahre alten Kulturinstitution weiterhin helfen. "Für eine Förderung und Unterstützung der Lach- und Schieß durch die Stadt braucht es aber eine Geschäftsführung, die einen klaren Businessplan und ein schlüssiges und tragfähiges Konzept für das Überleben der Lach- und Schießgesellschaft vorlegen kann", so Reiter.

www.lachundschiess.de

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