Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bricht ein

Energiekrise, Probleme in den Lieferketten und nach wie vor hohe Inflation belasten Wachstum.

Die Energiekrise, mit bleibenden Sorgen um Gasknappheit und noch höhere Preise, schlägt auf die Stimmung der deutschen Wirtschaft. So ist das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Juli auf 71,8 Punkte eingebrochen. Es liegt damit für das dritte Quartal weit unter der 100-Punkte-Schwelle, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigen würde.

72 statt 90 Punkte

Zum Vergleich führen die Volkswirte an, dass für das zweite Quartal der Indexstand zuletzt noch bei über 90 Punkten gelegen ist. Neben der sich mehr und mehr abzeichnenden Energiekrise entspannen sich die Probleme bei den globalen Lieferketten nur schleppend; der Krieg in der Ukraine und die chinesische Corona-Krise haben – anders als im Winter erhofft – zu weiteren Engpässen geführt, heißt es.

© DIW Berlin
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Diese Faktoren belasten auch die Weltwirtschaft und führen teilweise zu enormen Inflationsraten. Dies dämpft die Nachfrage nach deutschen Exportgütern. So war die deutsche Handelsbilanz im Zuge schwacher Ausfuhren und explodierender Importpreise für Energie im Mai erstmals seit Langem negativ. "Das exportorientierte und energieintensive deutsche Wachstumsmodell kommt momentan an seine Grenzen", so DIW-Experte Guido Baldi.

Sorgenkind Industrie

Die Probleme der Vormonate bleiben in der deutschen Industrie bestehen – die Auftragslage ist angespannt und der noch hohe Auftragsbestand kann wegen der gestörten Lieferketten und des daraus folgenden Mangels an Vorprodukten nur schleppend abgearbeitet werden. In den kommenden Monaten könnten noch weitere Schwierigkeiten dazukommen, erwartet Baldi.

"Die deutsche Industrie blickt sorgenvoll in die Zukunft. Neben dem anhaltenden Materialmangel führt nun auch der nahende Winter und die potenziell eingeschränkte Gasversorgung zu Planungsunsicherheit für die Güterproduktion", ergänzt DIW-Konjunkturexpertin Laura Pagenhardt abschließend. (pte)

www.diw.de

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