Die Adlons wollen "ihr" Hotel zurück

Die Erben des Erbauers der Berliner Luxusherberge an Brandenburger machen ihren Anspruch auf Grundstück und Gebäude vor Gericht geltend.

Die Familie Adlon will das Berliner Hotel "Adlon" und das dazugehörige Grundstück zurück. Die Erben des Erbauers der Luxusherberge am Brandenburger Tor haben eine entsprechende Klage beim Verwaltungsgericht eingebracht. Das Land Berlin soll ihnen die Objekte zurückgeben, da man durch die Nazis "faktisch einteignet" worden sei.

Dabei hatte die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg als Vermögenswert von Kriegsverbrechern und Nationalsozialisten eingestuft, da das Ehepaar Hedda und Louis Adlon sei in der NSDAP gewesen. Einen Vorwurf, den die Familie jetzt zurückweist. "Hedda und Louis Adlon waren keine Nationalsozialisten. Im Gegenteil: Sie waren im Widerstand – an der Seite der Stauffenberg-Attentäter vom 20. Juli", so Felix Adlon, Ur-Ur-Enkel von Louis Adlon, gegenüber der dpa. Er verwies dabei einerseits auf eine eidesstattliche Versicherung der Witwe von Generalleutnant Paul von Hase, einem der Haupttäter des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944.

Andererseits habe er auch Akteneinsicht bei der Berliner Finanzverwaltung genommen, wodurch er beweisen könne, dass die Gründe für die Enteignung falsch waren. "Die Nazis haben die Herrschaft über das Hotel übernommen und sich im weltweiten Ruf des Adlons gesonnt", wird der Düsseldorfer Rechtsanwalt Wolfgang Peters von der dpa zitiert. Seiner Ansicht nach, seien die Adlons damit "faktisch enteignet" worden und hätten damit einen Anspruch auf Entschädigung. Wann die Verhandlung starten wird, ist derzeit noch nicht bekannt. (as)

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