Neuer Schub fürs Stromnetz
Deutschlands größter Batteriespeicher geht in Betrieb

250 Megawatt Leistung, 500 Megawattstunden Kapazität und weiterer Ausbau noch in diesem Jahr: Bei Leuna/Krumpa ist Deutschlands größter in Betrieb befindlicher Batteriespeicher gestartet. Der Verbund soll überschüssigen Wind- und Solarstrom aufnehmen, das Netz stabilisieren und die Energieversorgung in der Region Leipzig/Halle flexibler machen.

Deutschlands größter in Betrieb befindlicher Batteriespeicherverbund steht bei Leuna/Krumpa im Saalekreis. Münch Energie hat die Anlage am Donnerstag gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze offiziell eingeweiht. Der Speicher verfügt über eine Leistung von 250 Megawatt und kann derzeit rund 500 Megawattstunden Energie speichern.

Der Ausbau ist damit noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben des Energieunternehmens soll die Speicherkapazität noch 2026 auf 800 Megawattstunden steigen. Der Großspeicher nimmt überschüssigen Strom aus Wind- und Solaranlagen auf und kann Energie zu einem späteren Zeitpunkt wieder bereitstellen. Gleichzeitig soll die Anlage zur Stabilisierung des Stromnetzes in der Region Leipzig/Halle beitragen.

Fünf Teilanlagen bilden den Speicherverbund

Der Batteriespeicher besteht aus fünf Teilanlagen. Diese sind an mehrere eigens errichtete Umspannwerke angeschlossen, die zusammen über eine Anschlussleistung von 300 Megavoltampere verfügen. Neben Strom aus eigenen Erzeugungsanlagen kann der Speicher auch überschüssige Wind- und Solarenergie aus dem öffentlichen Netz aufnehmen.

Über redundante Systeme stellt die Anlage zudem gesicherte Leistung in der Region Leipzig/Halle bereit. Münch Energie verbindet damit Stromerzeugung, Netzinfrastruktur und Speicherung. Speicher ermöglichen es, erneuerbar erzeugten Strom aufzunehmen und zeitversetzt wieder zur Verfügung zu stellen.

Die Anlage entstand nach Unternehmensangaben innerhalb von rund sechs Monaten. Der Speicherverbund wurde vollständig privatwirtschaftlich und ohne staatliche Förderung finanziert.

Münch Energie baut Energieinfrastruktur aus

Für Münch Energie ist das Projekt Teil eines größeren Portfolios aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen, Umspannwerken und Großspeichern. Das inhabergeführte Unternehmen verbindet nach eigenen Angaben erneuerbare Stromerzeugung, Netzinfrastruktur und Speicherkapazitäten.

Mario Münch, Gründer und Inhaber der Münch Gruppe, bezeichnet die Energieinfrastruktur als wichtigen Standortfaktor für Unternehmen und Investitionen. "Wo Strom günstig, sicher und grün ist, dorthin gehen die Investitionen", sagte Münch bei der Einweihung. Ziel des Unternehmens sei es, die Region Leipzig/Halle zu einem Standort zu entwickeln, der langfristiges Wachstum ermöglicht.

Neben neuen Erzeugungs- und Speicherkapazitäten wird auch der Ausbau der deutschen Stromnetze zu einem zentralen Infrastrukturthema. Der neue Speicherverbund soll Erzeugung, Netze und Speicherkapazitäten miteinander verbinden.

Münch Energie ist seit mehr als 20 Jahren im Bereich erneuerbarer Energien tätig. Das Unternehmen entwickelt und betreibt Photovoltaik- und Windkraftanlagen, eigene Umspannwerke und Großspeicher. Hinzu kommen die Direktbelieferung von Industriekunden, Bürgerstromtarife sowie der regionale Stromanbieter grüüün.

Sachsen-Anhalt setzt auf Großspeicher

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hob bei der Einweihung die Funktion von Batteriespeichern für das Stromsystem hervor. Das Bundesland erzeuge bereits große Mengen Strom aus Wind- und Solarenergie. Großspeicher sollen dazu beitragen, diese Energie unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Erzeugung verfügbar zu machen.

"Diese Energie wird nun genau dann verfügbar sein, wenn Menschen und Unternehmen sie brauchen. Für diese Flexibilität sind Großspeicher der Schlüssel", sagte Schulze. Das Speichercluster im Saalekreis stärke aus seiner Sicht sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Stabilität des Stromnetzes.

Schulze verbindet den Ausbau der Energieinfrastruktur auch mit wirtschaftspolitischen Zielen. Nach seinen Angaben sollen dadurch bessere Voraussetzungen für innovative Unternehmen und neue Arbeitsplätze entstehen sowie Wertschöpfung in der Region gehalten werden.

Mit der angekündigten Erweiterung auf 800 Megawattstunden soll die Kapazität des Batteriespeichers bei Leuna/Krumpa noch in diesem Jahr deutlich steigen. Für Münch Energie ist der Standort Teil des weiteren Ausbaus seines Portfolios aus erneuerbarer Stromerzeugung, Netzinfrastruktur und Großspeichern.

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