Immobilienmarkt
Wohnungspreise ziehen wieder an – gleichzeitig wächst das Risiko für sanierungsbedürftige Häuser

| Redaktion 
| 02.07.2026

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt zeigt wieder Aufwärtstendenzen. Wie aus dem aktuellen Wohnbarometer von ImmoScout24 berichtet, steigen die Angebotspreise für Eigentumswohnungen und Häuser erneut. Gleichzeitig verschärft sich jedoch ein strukturelles Problem: Immer mehr ältere Wohngebäude entwickeln sich zu sogenannten "Stranded Assets", weil notwendige Sanierungen wirtschaftlich kaum noch darstellbar sind.

Dem Wohnbarometer zufolge lagen die Angebotspreise für Bestandswohnungen im zweiten Quartal 2026 um 3,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bestandshäuser verteuerten sich im selben Zeitraum um 3,3 Prozent. Auch im Vergleich zum ersten Quartal setzte sich der Aufwärtstrend fort. Neubauten haben laut ImmoScout24 inzwischen wieder das Preisniveau erreicht, das vor der Zinswende im Jahr 2022 üblich war.

Mit den steigenden Preisen verändert sich auch die Verhandlungsposition am Markt. Verkäufer profitieren von der höheren Nachfrage, während Käufer deutlich weniger Preisnachlässe durchsetzen können. Besonders in Ballungsräumen wie Hamburg, Berlin oder Düsseldorf ist der Verhandlungsspielraum in den vergangenen zwölf Monaten spürbar geschrumpft.

Sanierungskosten werden für viele Eigentümer zum Problem

Parallel zur Erholung des Marktes rückt ein anderes Thema stärker in den Fokus. Vor allem ältere Wohnhäuser mit schlechter Energiebilanz geraten zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Hohe Bau- und Sanierungskosten führen dazu, dass Modernisierungen in vielen Fällen den Marktwert der Immobilie übersteigen.

Rund ein Viertel der Wohngebäude in Deutschland stammen aus der Zeit vor 1946. Weitere 36 Prozent wurden noch vor Einführung der ersten Wärmeschutzverordnung im Jahr 1977 errichtet. Gleichzeitig sind die Baukosten nach Angaben des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe seit 2020 um rund 50 Prozent gestiegen.

Experten sprechen in diesem Zusammenhang von sogenannten "Stranded Assets". Gemeint sind Immobilien, deren notwendige Sanierung wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist, weil die Investitionskosten den erzielbaren Marktwert übersteigen. Besonders betroffen sind Regionen mit geringer Nachfrage und sinkenden Immobilienpreisen.

Auch Anschlussfinanzierungen werden teurer

Neben steigenden Sanierungskosten belastet viele Eigentümer inzwischen auch die Anschlussfinanzierung. Zahlreiche Immobilienkäufer, die ihre Häuser oder Wohnungen vor rund zehn Jahren zu historisch niedrigen Zinsen finanziert haben, müssen ihre Darlehen nun zu deutlich höheren Konditionen verlängern.

Nach Berechnungen von ImmoScout24 kann die monatliche Belastung dadurch erheblich steigen. Finanzierungsfachleute empfehlen deshalb, bei der Anschlussfinanzierung auch Angebote anderer Kreditinstitute einzuholen. Da der Immobilienwert in vielen Fällen inzwischen gestiegen ist, können sich dadurch günstigere Finanzierungskonditionen ergeben.

Verhandlungsspielraum beim Immobilienkauf (Mai 2026)

  • Köln: 8,2 % (Veränderung gegenüber Mai 2025: −0,6 Prozentpunkte)
  • Stuttgart: 7,1 % (+0,9 Prozentpunkte)
  • München: 6,3 % (−0,3 Prozentpunkte)
  • Hamburg: 6,1 % (−4,2 Prozentpunkte)
  • Frankfurt am Main: 5,8 % (−0,8 Prozentpunkte)
  • Berlin: 4,6 % (−1,5 Prozentpunkte)
  • Düsseldorf: 3,4 % (−2,8 Prozentpunkte)
  • Leipzig: 0,0 % (0,0 Prozentpunkte)

Deutschland gesamt

  • Verhandlungsspielraum im Mai 2026: 5,8 %
  • Verhandlungsspielraum im Mai 2025: 6,9 %
  • Rückgang gegenüber dem Vorjahr: −1,1 Prozentpunkte

Auffälligkeiten

  • Größter Verhandlungsspielraum: Köln (8,2 %)
  • Kein Verhandlungsspielraum: Leipzig (0,0 %)
  • Stärkster Rückgang: Hamburg (−4,2 Prozentpunkte)
  • Einzige Stadt mit steigendem Verhandlungsspielraum: Stuttgart (+0,9 Prozentpunkte)

Quelle: ImmoScout24

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Verhandlungsspielraum beim Immobilienkauf (Mai 2026)

  • Köln: 8,2 % (Veränderung gegenüber Mai 2025: −0,6 Prozentpunkte)
  • Stuttgart: 7,1 % (+0,9 Prozentpunkte)
  • München: 6,3 % (−0,3 Prozentpunkte)
  • Hamburg: 6,1 % (−4,2 Prozentpunkte)
  • Frankfurt am Main: 5,8 % (−0,8 Prozentpunkte)
  • Berlin: 4,6 % (−1,5 Prozentpunkte)
  • Düsseldorf: 3,4 % (−2,8 Prozentpunkte)
  • Leipzig: 0,0 % (0,0 Prozentpunkte)

Deutschland gesamt

  • Verhandlungsspielraum im Mai 2026: 5,8 %
  • Verhandlungsspielraum im Mai 2025: 6,9 %
  • Rückgang gegenüber dem Vorjahr: −1,1 Prozentpunkte

Auffälligkeiten

  • Größter Verhandlungsspielraum: Köln (8,2 %)
  • Kein Verhandlungsspielraum: Leipzig (0,0 %)
  • Stärkster Rückgang: Hamburg (−4,2 Prozentpunkte)
  • Einzige Stadt mit steigendem Verhandlungsspielraum: Stuttgart (+0,9 Prozentpunkte)

Quelle: ImmoScout24

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