Neue Mental-Health-Studie
Haustiere machen glücklich – doch Katzen geben Rätsel auf

| Redaktion 
| 21.06.2026

Haustierbesitzer:innen sind überzeugt: Hunde und Katzen tun der Seele gut. Eine neue Studie bestätigt nun, dass die Interaktion mit Haustieren tatsächlich mit mehr positiven und weniger negativen Emotionen verbunden ist. Doch die Forschenden stießen auch auf ein Ergebnis, das nicht ins gewohnte Bild passt. Während sich die positiven Effekte bei Hunden und Katzen grundsätzlich ähneln, zeigt sich bei Samtpfoten ein Zusammenhang, der neue Fragen aufwirft – und die Forschung künftig noch stärker beschäftigen dürfte.

Die emotionale Bindung zwischen Mensch und Haustier gilt seit Jahren als Forschungsgegenstand. Ob Hund oder Katze – viele Halter betrachten ihre tierischen Begleiter längst als Familienmitglieder. Forschende der Open Universiteit in den Niederlanden wollten deshalb genauer verstehen, welchen Einfluss die Interaktion mit Haustieren auf das tägliche Wohlbefinden hat und ob Tiere Menschen dabei helfen, besser mit Stress umzugehen.

Mehr positive Gefühle im Alltag

Für die Untersuchung begleiteten die Forschenden 188 Hunde- und Katzenhalter über mehrere Tage hinweg. Mithilfe sogenannter Echtzeitbefragungen dokumentierten die Teilnehmenden bis zu zehnmal täglich ihre aktuelle Stimmung, ihr Stressniveau und den Kontakt zu ihrem Haustier. Insgesamt flossen fast 8.000 Messzeitpunkte in die Analyse ein. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Frontiers in Psychology veröffentlicht.

Das Ergebnis fällt eindeutig aus: In Momenten, in denen die Teilnehmer intensiver mit ihrem Haustier interagierten, berichteten sie häufiger von positiven Gefühlen und gleichzeitig von weniger negativen Emotionen. Dabei spielte es überraschenderweise keine entscheidende Rolle, ob es sich um einen Hund oder eine Katze handelte. Die positiven Effekte auf das emotionale Wohlbefinden zeigten sich bei beiden Tierarten.

Haustiere sind kein automatischer Stresspuffer

Weniger eindeutig fiel das Ergebnis bei der Frage aus, ob Haustiere die Auswirkungen von Stress abschwächen können. Genau dieser sogenannte Stress-Puffer-Effekt wird häufig als Erklärung für die positiven Auswirkungen von Haustieren auf die psychische Gesundheit herangezogen.

Die Studie fand dafür jedoch keine belastbaren Hinweise. Weder Hunde noch Katzen konnten die negativen emotionalen Folgen von belastenden Ereignissen oder stressigen Aktivitäten messbar reduzieren. Die Tiere verbesserten zwar die allgemeine Stimmung ihrer Besitzer, wirkten aber nicht als Schutzschild gegen alltägliche Belastungen.

Warum Katzen die Forschenden überraschten

Besonders interessant wurde es bei den Katzenhalter. Hier zeigte sich ein ungewöhnlicher Zusammenhang: In Situationen mit belastenden Ereignissen nahm die negative Stimmung teilweise sogar stärker zu, wenn gleichzeitig intensiver mit der Katze interagiert wurde. Die Forscher betonen allerdings, dass dieser Effekt vergleichsweise klein ausfiel und weitere Untersuchungen notwendig sind, um die Ursachen besser zu verstehen.

Die Ergebnisse zeichnen damit ein differenzierteres Bild der Mensch-Tier-Beziehung. Haustiere können das tägliche Wohlbefinden fördern, ihre Wirkung scheint jedoch komplexer zu sein als bislang angenommen. Gerade die Beobachtungen bei Katzen zeigen, dass noch nicht vollständig verstanden ist, welche psychologischen Mechanismen hinter der besonderen Beziehung zwischen Mensch und Tier stehen.

Dass die Bindung zwischen Mensch und Tier oft von Widersprüchen geprägt ist, zeigen auch andere Untersuchungen: Viele deutsche Tierhalter betrachten Hund oder Katze als Familienmitglied, sind aber nicht automatisch bereit, mehr Geld für sie auszugeben.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Mental Health im Berufsleben liefern die Ergebnisse zusätzliche Hinweise darauf, welche Rolle persönliche Lebensumstände und soziale Bindungen für das tägliche Wohlbefinden spielen können.

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