Außergewöhnlicher Aufstieg
Wie ein deutscher Chemikant zum jüngsten Pizza-Weltmeister aller Zeiten wurde

| Redaktion 
| 14.06.2026

Was vor wenigen Jahren als Hobby begann, endete mit einem historischen Erfolg. Lorenzo Parrotta aus Ludwigshafen gewann in Neapel als erster Deutscher überhaupt die Pizza-Weltmeisterschaft in der Kategorie "Pizza Contemporanea". Gleichzeitig schrieb der 29-Jährige Geschichte: Mit seinem Sieg wurde er zum jüngsten Pizza-Weltmeister aller Zeiten. Hinter dem Triumph steht eine Geschichte über Leidenschaft, Beharrlichkeit und einen Traum, der ursprünglich weit entfernt von der Gastronomie begann.

"Wenn mir das jemand vor ein paar Jahren gesagt hätte, ich hätte es niemals geglaubt." Mit diesen Worten reagierte Lorenzo Parrotta auf den größten Erfolg seiner bisherigen Laufbahn. Bei der 23. Auflage der Pizza-Weltmeisterschaft in Neapel setzte sich der Deutsche gegen mehr als 600 Teilnehmer aus 35 Nationen durch.

Dabei war der Weg des Ludwigshafeners alles andere als vorgezeichnet. Denn bevor er Weltmeister wurde, arbeitete Parrotta als Chemikant – und beschäftigte sich in seiner Freizeit mit einer Leidenschaft, die sein Leben verändern sollte.

Vom Neapel-Urlaub zur großen Leidenschaft

Die Begeisterung für die neapolitanische Pizza entdeckte Parrotta während eines Aufenthalts in Süditalien. Dort lernte er die Tradition, die Handwerkskunst und die Bedeutung kennen, die die Pizza in ihrer Heimat besitzt.

Zurück in Deutschland begann er, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Er studierte Techniken, experimentierte mit Teigen und arbeitete an immer neuen Rezepturen. Aus gelegentlichen Backversuchen wurde schnell ein zeitintensives Hobby, das ihn über Jahre hinweg begleitete.

Mit zunehmender Erfahrung wuchs auch der sportliche Ehrgeiz. Vor zwei Jahren gewann Parrotta die Deutsche Meisterschaft bei den Hobby-Pizzabäckern. Doch statt sich auf diesem Erfolg auszuruhen, investierte er weiter Zeit und Energie in sein Handwerk.

Vier Jahre Arbeit bis zur Weltspitze

Der nächste große Meilenstein folgte in diesem Jahr. Parrotta sicherte sich den Deutschen Meistertitel bei den Profis in der Kategorie "Pizza Contemporanea" und qualifizierte sich damit für die Weltmeisterschaft in Neapel.

Dort traf er auf einige der besten Pizzabäcker der Welt. Trotzdem gelang es ihm, die internationale Fachjury von seiner Interpretation der modernen neapolitanischen Pizza zu überzeugen.

Für den Ludwigshafener war der Titelgewinn weit mehr als ein persönlicher Erfolg. In einem emotionalen Statement bedankte er sich bei seinem Team, seinen Mentoren, seiner Familie und seiner Partnerin. "Dieser Pokal gehört nicht mir alleine. Ich habe ihn zwar in den Händen, aber gewonnen haben wir ihn als Team", schrieb der Weltmeister nach seinem Triumph.

Mit dieser Pizza schrieb er Geschichte

Die Siegerpizza basierte auf einem klassischen neapolitanischen Teigboden, den Parrotta mit lila Kartoffelcreme, Thunfischtatar und Pinienkernen kombinierte. Für die Weltmeisterschaft entwickelte er die Kreation nochmals weiter. Statt frittiertem Rucola setzte er auf frittierten Wirsing und ergänzte die Pizza zusätzlich mit Zitronenkaviar.

Mit dieser Komposition überzeugte er die Jury in der Heimat der Pizza und schrieb gleichzeitig Wettbewerbsgeschichte. Noch nie zuvor hatte ein Deutscher den Titel in der Kategorie "Pizza Contemporanea" gewonnen. Zudem ist Parrotta der jüngste Weltmeister seit Bestehen des Wettbewerbs.

Trotz des internationalen Erfolgs arbeitet der 29-Jährige weiterhin als Chemikant und betreibt seinen Food-Anhänger nebenberuflich. Sein langfristiges Ziel hat sich jedoch nicht verändert: Eines Tages möchte er ein eigenes Restaurant eröffnen. Der Weltmeistertitel dürfte ihm auf dem Weg dorthin zusätzliche Türen öffnen.

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