DIW Berlin: Anstieg weiblicher Führungskräfte in deutschen Vorstandsetagen im Jahr 2023

| pte 
| 17.01.2024

Der Frauenanteil in den Vorständen der Privatwirtschaft ist laut dem "Managerinnen-Barometer" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) 2023 wieder etwas stärker gestiegen.  

Im Spätherbst 2023 lag der Anteil bei etwa 18 Prozent in den 200 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland. Etwa zwei Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. In den DAX-40 war der Anteil der Vorständinnen mit 23 Prozent sogar noch etwas höher. Dennoch bleibt die Repräsentation von Frauen laut der DIW-Erhebung weiterhin deutlich unter dem angestrebten Ziel.

Unternehmen zu bequem

Banken und Versicherungen konnten gegenüber den anderen Unternehmen Boden gut machen und sich auf knapp 17 beziehungsweise gut 18 Prozent verbessern. "Von wenigen Ausnahmen abgesehen, steigt die Zahl der Frauen in Spitzengremien großer Unternehmen seit geraumer Zeit Jahr für Jahr. Unter dem Strich sind Frauen aber weiter klar unterrepräsentiert", so DIW-Berlin-Expertin Virginia Sondergeld.

Sowohl die Geschlechterquote für Aufsichtsräte, die derzeit für etwa 100 Unternehmen gilt, als auch die Mindestbeteiligung für Vorstände, an die sich gut 60 Unternehmen halten müssen, wirkt, heißt es. "Mit Blick auf die Vorstandsebene zeigt sich aber auch: Viele Unternehmen tun offenbar nicht viel mehr, als sie müssen", sagt Katharina Wrohlich, Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics im DIW Berlin.

Wichtig für Gleichstellung

Wenn es eine Vorständin gibt, ist sie in der Regel allein auf weiter Flur: In fast 85 Prozent der Unternehmen gibt es höchstens eine Frau im Vorstand. Dabei können Frauen in Führungspositionen einiges in Gang setzen, was die Gleichstellung der Geschlechter fördert. Belegbar ist, dass mit mehr Frauen auf der ersten und zweiten Führungsebene der Gender Pay Gap, also der Verdienstunterschied, unter den Beschäftigten in diesem Betrieb sinkt.

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