Warum wir beim Joggen oft auf die besten Ideen kommen

Beim Ausüben monotoner Sportarten wie laufen, radeln oder schwimmen gerät das Gehirn in einen bestimmten Modus. Währenddessen finden sich Lösungen oft leichter als beim Grübeln im Büro.

Immer mehr Deutsche treiben Sport nicht allein aus Fitnessgründen. Zunehmend spielt auch die seelische Gesundheit eine Rolle, zu der Bewegung erwiesenermaßen beiträgt. Laufen etwa hilft unzähligen Menschen dabei, einen mentalen Ausgleich zu finden. Jörg Arnold, Geschäftsführer des Versicherungsunternehmens Swiss Life in Deutschland ist einer davon. „Es fühlt sich an, als ob sich die Gedanken im meditativen Rhythmus, einen Schritt vor den anderen zu setzen, sortieren“, sagt der passionierte Jogger der Wirtschaftswoche. Es sei so, als ob sich die losen Gedankenfetzen, die im Bürostress durch sein Gehirn jagen, sich beim Sport auf einmal stimmig zusammenfügten.

Dem Gehirn eine Pause gönnen...

Twitter-Gründer Jack Dorsey, ebenfalls ein regelmäßiger Läufer, hat in Interviews schon öfters erklärt, dass er beim Joggen gerne über „the next big thing“ nachdenke. Warum das beim lockeren Dahinlaufen so gut gelingt, lässt sich mittlerweile wissenschaftlich erklären.

Ausdauersport wie dieser ermöglicht Menschen, die ihn routinemäßig treiben, sich kognitiv wenig bis gar nicht anstrengen zu müssen. Das mag vielen auch gelingen wenn sie einfach nur zu Hause sitzen und aus dem Fenster starren. Doch dabei ist meistens die Verlockung zu groß, sich doch wieder irgendwie abzulenken. Das Smartphone in die Hand zu nehmen und so weiter. Nicht so beim Joggen. Wer gleichförming dahinläuft gewährt dem Gehirn freie Kapazitäten für frische Gedanken.

... und es auf Wanderschaft schicken 

Die grauen Zellen haben dadurch ausreichend Ruhe, um sich neu zu justieren – einen Zustand, den der Neurowissenschaftler Henning Beck Default Mode Network nennt. Ist dieses Netzwerk aus unterschiedlichen Gehirnarealen in dieser Form aktiv, dann gleicht es einem geistigen Grundrauschen, das dann aktiv ist, wenn wir nichts tun. Oder eben nichts tun was das Gehirn besonders fordert.

Dabei gerät es auf geistige Wanderschaft. Während dieses Tagträumens wird das bewusste Denken weitestgehend blockiert, erklärt Beck. In ebendieser mentalen Entspannungsphase kommen vielen Menschen oft die besten Ideen.

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