Pipeline-Transaktion
Uniper verkauft OPAL-Anteil an Wasserstoffinvestor Hy24

| Redaktion 
| 14.09.2026

Uniper verkauft seinen 20-prozentigen Anteil an der Gaspipeline OPAL an den Wasserstoffinvestor Hy24. Die Transaktion ist Teil der EU-Auflagen für den Düsseldorfer Energiekonzern und betrifft zugleich einen wichtigen europäischen Transportkorridor. Teile der rund 470 Kilometer langen Pipeline werden bereits für das deutsche Wasserstoff-Kernnetz umgestellt. Der Vollzug des Verkaufs hängt noch von mehreren Bedingungen ab.

Uniper hat am 14. September 2026 eine Vereinbarung über den Verkauf seines 20-prozentigen Anteils an der Gaspipeline OPAL unterzeichnet. Käufer ist Hy24, ein auf den Wasserstoffsektor fokussierter Investor. Die Übernahme soll über dessen Clean Hydrogen Infrastructure Fund erfolgen.

Konkret verkauft der Düsseldorfer Energiekonzern sämtliche Anteile an der Lubmin-Brandov Assets GmbH & Co. KG. Diese Gesellschaft hält ein 20-prozentiges Bruchteilseigentum an OPAL. Die übrigen 80 Prozent der Pipeline befinden sich im Eigentum der GASCADE Gastransport GmbH.

Die rund 470 Kilometer lange OPAL führt von Lubmin in Deutschland bis nach Brandov in Tschechien. Nach Angaben von Uniper zählt sie zu den größten Transportkorridoren Europas. Die Transaktion ist für den Konzern sowohl regulatorisch als auch strategisch relevant.

Uniper erfüllt mit OPAL-Verkauf EU-Auflagen

Der Verkauf des OPAL-Anteils gehört zu den Verpflichtungen, die Uniper im Zusammenhang mit seinem Stabilisierungspaket erfüllen muss. Die Europäische Kommission hatte das Paket am 20. Dezember 2022 beihilferechtlich genehmigt.

Gleichzeitig soll die Veräußerung die weitere Ausrichtung des Uniper-Portfolios auf strategische Kernaktivitäten unterstützen. Einen Kaufpreis nannten die beteiligten Unternehmen in der Mitteilung nicht. Auch ein konkreter Termin für den Abschluss der Transaktion wurde nicht bekannt gegeben.

Für Uniper ist die geplante Veräußerung damit ein weiterer Schritt bei der Umsetzung der mit der EU-Kommission vereinbarten Bedingungen. Zugleich trennt sich der Energiekonzern von einer Beteiligung an einer Pipeline, deren künftige Rolle zunehmend mit dem Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur verbunden ist.

OPAL wird für Wasserstoff umgestellt

OPAL ist Teil des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes. Auch Lubmin soll sich zu einem zentralen Wasserstoff-Hub entwickeln, wobei GASCADE beim Umbau der bestehenden Leitungsinfrastruktur eine wichtige Rolle spielt. Der nördliche Abschnitt der OPAL-Pipeline wurde bereits Mitte Dezember 2025 umgestellt.

Damit erhält die Beteiligung auch für Hy24 eine strategische Bedeutung. Der Investor konzentriert sich auf Infrastruktur-, Technologie- und Industrieprojekte für den Aufbau einer klimaneutralen Wasserstoffwirtschaft. Der Erwerb des OPAL-Anteils erfolgt über den Clean Hydrogen Infrastructure Fund.

Die Transaktion verbindet somit zwei Entwicklungen: Uniper setzt regulatorische Verpflichtungen um und fokussiert sein Portfolio stärker auf seine Kernaktivitäten. Gleichzeitig soll mit Hy24 ein auf Wasserstoff ausgerichteter Investor einen Anteil an einer europäischen Transportinfrastruktur übernehmen, die schrittweise für Wasserstoff genutzt werden soll.

Abschluss hängt noch von Bedingungen ab

Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung ist der Verkauf noch nicht abgeschlossen. Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen.

Zudem besteht ein Vorkaufsrecht der Partnerin in der Bruchteilsgemeinschaft. Die Transaktion kann daher erst vollzogen werden, wenn das bestehende Vorkaufsrecht nicht ausgeübt wird und die erforderlichen behördlichen Genehmigungen vorliegen-

Uniper beschäftigt rund 7.000 Mitarbeiter und verfügt über eine Erzeugungskapazität von 18,5 Gigawatt. Zu den Kernmärkten des Unternehmens zählen Deutschland, Großbritannien, Schweden und die Niederlande. Neben der Stromerzeugung ist der Konzern im Gas- und LNG-Geschäft aktiv und investiert nach eigenen Angaben in erneuerbare Energien, Wasserstoff und weitere CO2-arme Energieträger. Deutschland treibt parallel den Aufbau seines Wasserstoff-Kernnetzes voran, das künftig die Infrastruktur für den Transport von Wasserstoff bereitstellen soll

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