Vater und Sohn gründen Startup
Headtracking: Xyras will Gaming immersiver machen

| Redaktion 
| 31.03.2026

Wie lassen sich virtuelle Cockpits lebensähnlicher gestalten, ohne auf kostspielige (und mitunter beengende) Virtual-Reality-Technik zurückzugreifen? Der Kölner Maschinenbaustudent Sebastian Glomb hat sich die Frage nicht nur beantwortet: Mithilfe seines Vaters ist ein Startup entstanden, das die entwickelte Lösung nun anderen Gamern zur Verfügung stellt.

Ob man sich nun einer kniffligen Plattforming-Passage widmet, in einer schwitzigen Shooter-Lobby gelandet ist oder einfach nur eine kleine Ausfahrt mit einem Sportwagen genießen möchte, der im realen Leben für immer außerhalb des eigenen Budgets liegen dürfte: Verzögerungsfreie Kontrolle ist für Games nahezu aller Genres essentiell.

Gleichzeitig ist "immersiv" eines der beliebtesten Branchen-Buzzwords der letzten Jahre. Salopp zusammengefasst beschreibt es das Gefühl, "richtig drin" zu sein – sei es durch eine detailreich und lebensnah ausgearbeitete Spielwelt oder aber Virtual-Reality-Brillen, die die Außenwelt effektiv ausblenden und Spielende vollends ins Erlebnis abtauchen lassen.

Kölner sucht Alternative zu VR-Brillen

Allerdings gibt Sebastian Glomb zu bedenken: "Die verfügbaren Systeme, um Spiele immersiver zu machen, waren entweder teuer oder technisch umständlich. Virtual-Reality-Brillen sind zwar eindrucksvoll, aber nicht überall einsetzbar und für längere Spielsessions oft unbequem. Als Spielender agiere ich entweder bewegungseingeschränkt oder entkoppelt von der realen Welt. Eine Lösung, die all diese Probleme adressiert, fehlte bisher."

Also hat der junge Kölner private und professionelle Interessen kurzerhand kombiniert: Er machte sich das Knowhow aus seinem Maschinenbaustudium zunutze und entwickelte erste Prototypen eines Geräts, das Glombs beanstandete Punkte angehen sollte.

Selbst ist Glomb großer Fan von Flug- und Weltraumsimulationen – und dort "entscheidet die Perspektive darüber, ob sich ein virtuelles Cockpit real anfühlt."

Bei seiner daraus folgenden Entwicklung handelt es sich um "den weltweit ersten Headtracker auf den Markt, der plattformübergreifend auf Playstation, Xbox und PC funktioniert".

Dieser kommt ohne Kamera oder Eyetracking aus und kann an einem Gaming-Kopfhörer angebracht werden, um nach etwas Kalibration "die kleinsten Kopfbewegungen in eine flüssige Kamerasteuerung" mit mehr als 120 Sensoren zu übersetzen.

Vom Prototyp zum Startup

Davon dürfen sich Nutzer pixelgenaue Präzision, verringerten Input-Lag und "eine Immersion, die sich absolut natürlich anfühlt", versprechen. Der tüftelnde Gamer ist seinerzeit auf jeden Fall mit seiner Xyras getauften Kreation zufrieden: "Als klar wurde, wie natürlich sich das Spielen plötzlich anfühlt, entschloss ich mich, das Produkt auf den Markt zu bringen", blickt Sebastian Glomb zurück.

Für den Sprung ins Unternehmertum tut er sich mit Reiner Glomb zusammen – seinem Vater, der heute die Koordination von Partnern und die operative Umsetzung beim gemeinsamen Startup namens G-Vision übernimmt. Auf dem Weg zur Serienreife von Xyras haben auch die Ruhr-Universität Bochum und zwei ZIM-Förderprojekte wertvolle Unterstützung geliefert.

So konnte im vergangenen Dezember der Soft Launch erfolgen, seit dem Xyras im hiesigen Online-Handel zu haben ist. Langfristig möchte das Vater-Sohn-Startup den für 169 Euro geführten Headtracker von Köln aus am liebsten in die ganze Welt bringen.

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