Termin für 2027 steht
Bits & Pretzels beseelt vom Oktoberfest

| Redaktion 
| 01.10.2026

Bei Bits & Pretzels gehört der Abstecher auf die Wiesn inzwischen so selbstverständlich zum Konzept wie Pitches, Panels und Gespräche über die nächste große Geschäftsidee. Nach zwei Tagen KI-fokussiertem Fachprogramm mit prominenten Gästen in den Hallen der ICM ging es für die Münchner Startup-Konferenz zum Finale am Mittwoch erneut aufs Oktoberfest – und auch die 2027er-Ausgabe gewinnt erste Konturen.

Drei Tage Bits & Pretzels sind vorbei – und einmal mehr zeichnete sich in München ein ziemlich breites Bild der aktuellen Startup-Szene ab. Rekordverdächtige 7500 Gründer, Investor und Entscheider versammelten sich Ende September im ICM bei der Veranstaltung, die vor zwölf Jahren aus einem ambitionierten Gründerfrühstück hervorgegangen ist.

Gemäß des diesjährigen Mottos "Human after all" ging es auch hier vor allem um den Einfluss Künstlicher Intelligenz auf Menschen; anlassgerecht natürlich mit einem Fokus auf unsere Märkte, Methoden und Geschäftsmodelle.

Die Speaker-Bühne gehörte Arthur Mensch, Mitgründer und CEO des französischen KI-Unternehmens Mistral, so zum Beispiel genauso wie dem früheren Google-Chef Eric Schmidt, der für eine europaeigene KI-Kompetenz plädierte und daran erinnerte, dass kulturelle und historische Unterschiede bei der Entwicklung und Interpretation von KI berücksichtigt werden müssen.

KI: Frage nach messbarem Nutzen wird lauter

Grundsätzlich ging es oft um die inzwischen fast klassisch anmutenden Baustellen der Startup-Welt; sei es Wachstum, Kapital oder der Weg vom jungen Unternehmen zum Scale-up. In den Pitch-Formaten rückten unter anderem DeepTech, Physical AI und Robotics in den Mittelpunkt. Auch Verteidigung gewann thematisch an Raum.

Beim CIO AI Summit, zu dem rund 500 CIOs und Technologieverantwortliche eingeladen waren, wurden AI-native Organisationen, industrielle KI, KI-Souveränität oder auch die lauter werdende Frage, wie aus Experimenten tatsächlich Anwendungen mit messbarem geschäftlichem Nutzen werden, diskutiert.

Auf politischer Ebene gaben sich verteilt über beide Tage etwa Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, Bayerns Digitalminister Fabian Mehring oder Wirtschaftssekretär Tobias Gotthardt die Ehre, während Trevor Noah als global bekanntester Gast in München zu sehen war.

Der Comedian und Autor trat gemeinsam mit Joko Winterscheidt auf und thematisierte im Gespräch unter anderem um seine Karriere oder den Umgang mit Unsicherheit und möglichem Scheitern.

Dass er sich für seinen Oktoberfestbesuch in Lederhosen zwängen würde, schloss er noch auf der Bühne aus – und hielt in den Abendstunden Wort, als er ohne Tracht im Schottenhamel-Festzelt auftauchte.

Finale auf dem Oktoberfest

Mit seinem Gastspiel auf dem größten Volksfest der Welt ist der diesjährige Stargast dem Rest des Bits & Pretzels-Publikum knapp zuvorgekommen: Nach zwei Veranstaltungstagen im ICM nutzt der Gründertreff die naheliegende Gelegenheit, den dritten und letzten Tag mitten auf das Oktoberfest zu verlegen – am Ort, an dem es offiziell eingeläutet wurde.

"Wir nennen es 'liquid networking' – erfahrungsgemäß ist eine Maß Bier genau richtig für gutes Networking", erklärte uns Mitveranstalter Felix Haas schon vor zwei Jahren im Leadersnet-Interview.  "Die besten Geschäfte ergeben sich doch aus guten menschlichen Beziehungen, und dafür ist das Oktoberfest und unser dritter Bits & Pretzels-Tag einfach perfekt."

Trotz aller Geselligkeit wird auf sinnvolle Organisation geachtet: Handverlesene Gründer, Investoren oder Venture-Capital-finanzierte Führungskräfte wurden im Vorfeld zu sogenannten Table Captains auserkoren, die einen eigenen Tisch hosten und eine etwa dreiviertelstündige Runde mit sechs bis acht Teilnehmern moderieren.

So können Gäste im denkbar ungezwungenen Rahmen "Menschen, zu denen man normalerweise keinen Zugang hat", treffen und über die altbekannte Networking-Massenabfertigung hinaus in konstruktive Gespräche eintreten.

"Wir können gar nicht aufhören, durch die Fotos dieses Jahres zu scrollen… und wir können gar nicht aufhören, sie mit euch zu teilen", zeigen sich die Veranstalter auf Instagram nachhaltig beseelt vom diesjährigen Oktoberfestbesuch.

Wer da selbst auf den Geschmack kommt, kann sich schon jetzt auf eine Teilnahme im nächsten Jahr vorbereiten: Am Donnerstag ist der Ticketverkauf für Bits & Pretzels 2027 angelaufen, wobei bis zum Jahresende der "Crazy Bird"-Tarif für Startups gilt – Startups zahlen dabei schlanke 330 Euro für das volle Drei-Tages-Paket. 

Anvisiert ist die kommende Ausgabe für Montag, 27. bis Mittwoch, 29. September.

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