Rechtsichere KI für Ärzte oder Anwälte
DeutschlandGPT öffnet die Tür zur "Kanzlei der Zukunft"

| Redaktion 
| 10.08.2026

Haben Sie Grok in jüngerer Vergangenheit einen Blick auf Ihre MRT-Bilder werfen lassen oder Claude bei der Steuererklärung um Rechenhilfe gebeten? Was für Privatpersonen legitim ist, stellt für Ärzte oder Anwälte unter Umständen eine Straftat mit nachhaltigen Konsequenzen für die eigene Karriere dar. Durch einen Berufsgeheimnisträger-Modus möchte der KI-Anbieter DeutschlandGPT nun für Absicherung sorgen.

Während die eigenständige Nutzung von Chatbots zur Analyse vertraulicher Dokumente dem persönlichen Ermessen unterliegt, macht sich ein Rechtsanwalt nach § 203 StGB strafbar, wenn er echte Mandaten-Daten in ChatGPT verarbeitet – und gleiches gilt für Ärzte, Notare oder auch Steuerberater.

Im schlimmsten Fall kann solch ein Vergehen zu einer einjährigen Freiheitsstrafe und dem Verlust der Approbation führen.

Die verstärkt in den USA ansässigen Anbieter der gängigen Modelle bieten weder Verschwiegenheitsvereinbarung noch Datenverarbeitung nach Standards der Bundesrepublik, weshalb der KI-Anbieter DeutschlandGPT mit seinem jüngsten Angebot eine rechtliche Lücke schließt.

Ein Modus für Geheimnisträger

Ab sofort ist dazu ein Berufsgeheimnisträger-Modus über die Plattform erhältlich, mit dem betroffene Berufsgruppen "alle führenden KI-Modelle - darunter GPT 5.6, Claude Opus 5 und Gemini 3.5 - rechtssicher mit Patienten- und Mandantendaten nutzen" können.

In den Nutzungsbedingungen ist eine §203-Verschwiegenheitsvereinbarung enthalten, die alle Mitarbeitenden und Unterauftragnehmer umfasst. Wird der Berufsgeheimnisträger-Modus aktiviert, wird die KI-Inferenz auf Provider mit §203-Vereinbarung beschränkt, während die Verarbeitung "ausschließlich auf der BSI C5-zertifizierten Open Telekom Cloud" erfolgt.

  • Ärzte
    Ärzte und Zahnärzte sollen Patientendaten künftig rechtssicher in KI-Anwendungen einsetzen können, um beispielsweise etwa Arztbriefe vorzubereiten, Befundtexte zu formulieren oder Abrechnungen nach GOÄ und EBM zu unterstützen. Ziel ist es, den Dokumentationsaufwand zu reduzieren und Verwaltungsprozesse in Praxen zu beschleunigen.

  • Rechtsanwälte und Kanzleien
    Für Rechtsanwälte soll die Plattform die Analyse umfangreicher Fallakten erleichtern. Per KI können Dokumente strukturiert, passende Urteile recherchiert, Tatbestandsmerkmale verglichen und Zusammenfassungen erstellt werden. Dadurch sollen Vorarbeiten in der Mandatsbearbeitung schneller durchführbar sein, ohne dass vertrauliche Mandanten-Daten den geschützten Bereich verlassen.

  • Steuerberater und Wirtschaftsprüfer
    Steuerberater und Wirtschaftsprüfer können sensible Mandantendaten nutzen, um Handlungsempfehlungen abzuleiten, Buchungssätze vorzubereiten oder Steuererklärungen zu unterstützen. Durch die Anbindung an Systeme wie DATEV sollen sich zudem automatisierte Arbeitsabläufe einrichten lassen, die auch in Kanzleien den anfallenden Aufwand reduzieren.

  • Notare
    Notare sollen KI künftig bedenkenlos bei der Erstellung von Satzungen, Gesellschaftsverträgen und weiteren Urkunden einsetzen können. Darüber hinaus verspricht DeutschlandGPT Unterstützung bei Due-Diligence-Prüfungen, indem Dokumente analysiert und relevante Informationen übersichtlich zusammengetragen werden.

Nach Angaben von DeutschlandGPT, das seinen Hauptsitz in Germering bei München unterhält, bauen bereits mehr als 500 Kunden auf die Dienste des familiengeführten Unternehmens.

Dazu gehört unter anderem Steuerberaterin Sarah Neuhauser, die den Berufsgeheimnisträger-Modus bereits nutzt und sich zufrieden zeigt: "Mit DeutschlandGPT können wir KI endlich vollumfänglich in unserem Kanzleialltag integrieren. Die Beratungstätigkeit ebenso wie die tägliche Mandantenarbeit erfordert weniger Aufwand und läuft deutlich reibungsloser. Für mich ist das der Startschuss für die Kanzlei der Zukunft.“

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