Freda schmeckt Bombe
Diese Tiefkühlpizza soll der Pizzeria Konkurrenz machen

| Redaktion 
| 11.08.2026

Das Passauer Start-up Freda will mit Premium-Tiefkühlpizza und Fertiggerichten einen zweistelligen Millionenumsatz erreichen. Hinter dem Unternehmen stehen ehemalige Mymuesli-Manager. Ihr Ziel: Tiefkühlgerichte sollen qualitativ mit Restaurant- und Lieferessen konkurrieren.

Gegründet wurde Freda 2023 von Philipp Kraiss, Mitgründer von Mymuesli, und Christian Mahler, der dort im Business Development tätig war. Hinter der Marke steht die Passauer Siu Food GmbH.

Wie das Handelsblatt berichtet, will Freda Absatz und Produktionsmenge 2026 gegenüber dem Vorjahr verdreifachen. Noch im vierten Quartal soll das Unternehmen profitabel werden. Der Umsatz soll bereits in diesem Jahr im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Freda setzt auf Premium-Tiefkühlpizza

Anders als bei Mymuesli setzt Kraiss diesmal nicht auf eine weitgehend eigene Produktion. Freda arbeitet mit spezialisierten Herstellern zusammen. Ein Teil der Produkte entsteht in Passau, Pizzen werden zudem in einem Betrieb nahe Neapel hergestellt. An der Entwicklung des Teigs war Filippo Licciardo aus der deutschen Pizza-Nationalmannschaft beteiligt.

Freda positioniert seine Produkte bewusst oberhalb klassischer Tiefkühlpizza. Die Preise liegen je nach Produkt und Vertriebsweg zwischen rund 6,50 und 12,90 Euro. "Verglichen mit der Pizzeria um die Ecke oder dem Lieferdienst sind wir günstig", sagt Kraiss dem Handelsblatt.

Die Pizza wird inzwischen nicht nur über den eigenen Onlineshop verkauft, sondern auch in allen deutschen Kaufland-Filialen sowie bei Billa Plus in Österreich.

Stiftung Warentest zeichnet Freda aus

Bekanntheit brachte Freda vor allem ein Test der Stiftung Warentest im Herbst 2024. Bei 21 untersuchten Salami-Tiefkühlpizzen gehörte "Freda Salami Sensation" zu den geschmacklich besten Produkten. Beim sensorischen Urteil lag sie gemeinsam mit Wagners "Die Ofenfrische" vorne. Das berichtete auch Wochenblatt News unter Berufung auf Stiftung Warentest.

Inzwischen geht Freda über Pizza hinaus. Zum Sortiment gehören mehr als 50 Gerichte. Mit sogenannten "Frozen Blocks" bietet das Unternehmen portionierte tiefgekühlte Mahlzeiten an. Auf seiner Website führt Freda daneben unter anderem Pasta, Lasagne, Dumplings und Desserts.

Deutschland isst mehr als eine Milliarde Tiefkühlpizzen

Der Markt, den Freda angreift, ist riesig. Nach Angaben des Deutschen Tiefkühlinstituts (dti), die der Wochenblatt Reporter aufgegriffen hat, essen die Deutschen durchschnittlich rund 13 Tiefkühlpizzen pro Person und Jahr. Zuletzt wurden mehr als 1,1 Milliarden Stück verkauft.

Der gesamte Pro-Kopf-Verbrauch von Tiefkühlprodukten liegt demnach bei rund 50 Kilogramm pro Jahr. Neben Klassikern wie Salami, Margherita und Speciale gewinnen vegetarische, vegane und höherpreisige Varianten an Bedeutung.

Kann Freda Dr. Oetker und Wagner angreifen?

Gegen die großen Tiefkühlmarken ist Freda noch klein. Interessant ist aber die Positionierung: Das Start-up konkurriert nicht über den niedrigsten Preis, sondern versucht, Tiefkühlpizza als Alternative zu Pizzeria und Lieferdienst zu etablieren.

Dass Verbraucher für bessere Tiefkühlpizza mehr bezahlen, haben Marken wie Gustavo Gusto bereits gezeigt. Freda will dieses Prinzip nun auf weitere Fertiggerichte übertragen.

Sollten 2026 tatsächlich der zweistellige Millionenumsatz und die Profitabilität erreicht werden, hätte sich innerhalb von nur drei Jahren ein neuer Anbieter im deutschen Premium-Tiefkühlmarkt etabliert.

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