Sanierer Arndt Geiwitz verlässt Signa-Gruppe nach kurzem Einsatz

| Redaktion 
| 04.01.2024

Arndt Geiwitz, der als großer Chef-Sanierer der Signa-Gruppe gehandelt wurde, hat das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder verlassen, berichtet die Textilwirtschaft.

Laut Informationen von TW hat der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater das schwere finanzielle Dilemma des Benko-Imperiums nicht weiter begleitet.

Am 8. November 2023 hatte Signa in einer Pressemitteilung verkündet, dass René Benko den Vorsitz des Beirats der Signa Holding an Arndt Geiwitz übergeben habe. Geiwitz übernahm auch den Vorsitz des Gesellschafter-Komitees der Signa Holding. Die Aufgabe von Geiwitz war es, die Restrukturierung der gesamten Signa Gruppe zu organisieren.

Allerdings war die Zusammenarbeit nicht von langer Dauer. Ein Sprecher von Geiwitz bestätigte, dass die Entscheidung, das Mandat nicht fortzusetzen, in Absprache mit dem Insolvenzverwalter kurz nach dem Insolvenzantrag der Signa Holding am 29. November getroffen wurde. Entgegen der Pressemitteilung wurde Geiwitz nie Vorsitzender der erwähnten Signa-Gremien, sondern arbeitete als Berater der Signa Gruppe.

Finanzierungshürden trotz Engagements von White & Case und Rothschild

Die Voraussetzung für die Übernahme der Positionen war, dass Signa die notwendige Liquidität für die Sanierung bereitstellen müsse. Die Kanzlei White & Case und die Bank Rothschild waren bereits vor der Beauftragung von Geiwitz mit einem Mandat für die Liquiditätsbeschaffung betraut worden. Trotz größter Bemühungen führte der Prozess jedoch nicht zu einer tragfähigen Finanzierungslösung, die eine außergerichtliche Restrukturierung ermöglicht hätte.

Der Sprecher des Sanierers erklärte, dass Geiwitz aktiv auf den Insolvenzverwalter zugegangen sei und sich mit ihm verständigt habe, das Beratungsmandat nicht fortzuführen. Arndt Geiwitz hatte zuvor bei den Insolvenzen der Essener Warenhauskette Galeria in den Jahren 2020 und 2023 eine führende Rolle gespielt. Galeria gehört zur Signa. Auch die Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker im Jahr 2012 wurde von Geiwitz begleitet, jedoch ohne erfolgreiche Sanierung.

Insolvenzdetails von Signa Prime Selection

Zusätzliche Details zur Insolvenz der Kerngesellschaft Signa Prime Selection sind bekannt geworden. Laut Süddeutscher Zeitung stehen sieben genossenschaftliche Versicherungen und eine Pensionskasse auf der Gläubigerliste des Wiener Unternehmens. Unter ihnen befinden sich drei Lebensversicherungen von R+V, die Condor Lebensversicherung AG sowie eine Krankenversicherung und eine Pensionskasse von R+V.

Gemäß der Financial Times hat die R+V-Versicherungsgruppe dem Signa-Konglomerat insgesamt eine halbe Milliarde Euro geliehen, wovon mehr als die Hälfte unbesichert ist. Der Konzernsprecher wollte sich auf Anfrage der SZ nicht zu diesem Thema äußern.

Deutsche Versicherer haben insgesamt 3 Milliarden Euro in das Wirtschafts- und Handelsimperium des Gründers René Benko investiert, vorwiegend durch nachrangige Kredite. Bisher konnte die Pressestelle von Signa nicht für eine offizielle Erklärung kontaktiert werden.

Die drei insolventen Unternehmen der Signa-Gruppe - Signa Holding, Signa Prime Selection und Signa Development Selection - beabsichtigen, während ihrer Eigenverwaltungsverfahren 30% der ausstehenden Forderungen zu begleichen.

Kommentar schreiben

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV