Französischer Handelsriese will während Putins Krieg in Russland profitieren

Der Konzern Association Familiale Mulliez (Leroy Merlin, Decathlon) ruft russische Lieferanten auf, entstandene Lücken mit seiner Hilfe zu kompensieren

Während sich zahlreiche Unternehmen aus dem Westen aus Russland zurückziehen versucht der französische Handelsriese Leroy Merlin die Situation für sich zu nutzen. Einem Bericht des britischen Telegraph zufolge hat der Baumarktriese russische Lieferanten dazu aufgefordert Lücken zu füllen, die durch den Rückzug von Mitbewerbern wie Obi entstanden sind. In drei bis vier Monaten will Leroy Merlin in seinen 112 Standorten in Russland importierte Produkte, die anderswo nicht mehr zu bekommen sind, vollständig ersetzt haben.

Signifikant gestiegener Umsatz

Seit der Krieg in der Ukraine am 24. Februar begonnen hat, sei der Umsatz bereits signifikant gestiegen, berichtet das Management. Leroy Merlin gehört dem französischen Handelsmogul Association Familiale Mulliez, der ebenso die Sporthandelskette Decathlon in seinem Besitz hat. Daher sind auch die 60 Decathlon-Filialen in Russland nach wie vor geöffnet.

Andere große Marken wie H&M, Ikea, Starbucks oder McDonalds haben ihre Standorte in Russland vorerst geschlossen. Wiederum andere Retailer wie Burger King und Papa John's sind ob ihrer Franchise-Systeme an ihrem Rückzug an lokalen Partnern gescheitert.

Metro: Kein Rückzug, aber Begründung

Der deutsche Großhandelskonzern Metro hat sich indes entschieden, seine 93 Märkte in Russland offen zu halten. Die Begründung: Man wolle kleine und mittlere unabhängige Unternehmen im Gastbewerbe und im Einzelhandel weiterhin bedienen, zumal sie eine zentrale Rolle in der Gesellschaft spielen. Auch für die über 10.000 Mitarbeiter in Russland fühle man sich verantwortlich: "Diese Menschen haben keine persönliche Verantwortung für die Aggression gegen die Ukraine", erklärt ein Metro-Sprecher. (no)

www.leroymerlin.com

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