40.000 Brötchen pro Stunde
Harry Brot baut neues Werk und schafft 300 Jobs

| Redaktion 
| 21.09.2026

Harry Brot treibt seine Expansion in Süddeutschland mit einer Großinvestition voran. In Erlensee bei Hanau entsteht für rund 200 Millionen Euro ein neues Werk mit etwa 300 Arbeitsplätzen. Ab 2028 soll die Großbäckerei den süddeutschen Markt beliefern. Geplant sind drei Backlinien mit einer Kapazität von bis zu 40.000 Brötchen pro Stunde und Linie.

Harry Brot baut seine Präsenz in Süddeutschland aus. Auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts Langendiebach in Erlensee bei Hanau entsteht das erste Werk des Unternehmens in Hessen. Rund 200 Millionen Euro investiert der Brothersteller in den neuen Standort. Etwa 300 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Die Produktion soll im zweiten Quartal 2028 starten. Für Harry Brot ist Erlensee ein wichtiger Baustein beim Ausbau des Geschäfts im Süden Deutschlands. Dort ist das Unternehmen bislang weniger stark vertreten.

Drei Backlinien für das neue Werk

Das geplante Werk soll große Produktionskapazitäten erhalten. Wie Bild berichtet, wird die Produktionshalle rund 390 Meter lang und 80 Meter breit. Vorgesehen sind drei Backlinien. Als technisches Vorbild dient demnach das bestehende Harry-Brot-Werk in Troisdorf in Nordrhein-Westfalen.

Auf einer Linie können laut dem Bericht pro Stunde zwischen 2.000 und 7.000 Brote sowie 20.000 bis 40.000 Brötchen hergestellt werden. Die Produktion in Erlensee soll im 24-Stunden-Betrieb laufen.

Auch bei der technischen Infrastruktur sind umfangreiche Anlagen vorgesehen. Geplant sind Solaranlagen, eine intelligente Energiesteuerung und Ladepunkte für E-Lkw. Hinzu kommt ein Hochregallager mit Platz für rund 10.000 Paletten.

Harry Brot beschäftigt mehr als 5.000 Mitarbeiter:innen und beliefert vor allem den Lebensmitteleinzelhandel. Mit dem Werk in Hessen schafft der Brothersteller zusätzliche Produktionskapazitäten für den süddeutschen Markt.

Harry Brot expandiert nach Süddeutschland

Erlensee ist Teil einer größeren Expansion. Zusätzlich übernimmt Harry Brot das bisherige Glockenbrot-Werk in Bergkirchen bei München. Beide Standorte sollen die Belieferung des Lebensmitteleinzelhandels in Süddeutschland verbessern.

Die Pläne für Erlensee und Bergkirchen hatte Harry Brot bereits Anfang 2025 angekündigt. In der damaligen Unternehmensmitteilung erklärte der Brothersteller, im Süden Deutschlands bislang vergleichsweise schwach vertreten zu sein. Die beiden Standorte sollen diese Lücke schließen und gleichzeitig die Wege zum Handel verkürzen.

"Unsere beiden neuen Standorte in Süddeutschland ermöglichen es uns nun, den Lebensmitteleinzelhandel auch dort auf kürzestem Weg zu beliefern", erklärte Frank Kleiner, Harry-Brot-Geschäftsführer Marketing und Vertrieb, in der damaligen Mitteilung.

Großinvestition in schwierigem Marktumfeld

Die Expansion erfolgt in einer angespannten Phase für Teile des deutschen Bäckereigewerbes. Im ersten Halbjahr 2026 gingen nach Zahlen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform 63 Unternehmen aus dem Wirtschaftszweig "Herstellung von Backwaren" in die Insolvenz. Das waren 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Als Gründe für die Entwicklung nennt Creditreform unter anderem steigende Kosten, veränderte Konsumgewohnheiten und einen zunehmenden Preiskampf. Verbraucher:innen kaufen Brot und andere Backwaren verstärkt im Lebensmitteleinzelhandel.

Harry Brot erweitert in diesem Umfeld sein Produktionsnetz. Mit dem 200-Millionen-Euro-Projekt in Erlensee und dem zusätzlichen Standort in Bergkirchen stärkt der Brothersteller seine Präsenz in Süddeutschland. Für die Region rund um Hanau entstehen damit etwa 300 neue Arbeitsplätze. Ab 2028 soll das neue Werk Brot und Backwaren für den süddeutschen Markt produzieren.

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