Bilder vom FilmFest Hamburg
Helen Mirren: Douglas-Sirk-Preis ehrt die Dame

| Redaktion 
| 30.09.2026

Wenn neben Shakespeare auf der Theaterbühne, europäischem Autorenkino und einem eigenen Oscar auch Actionrollen an der Seite von Bruce Willis oder Jason Statham in der eigenen Vita stehen, darf man definitiv von einer beeindruckenden Bandbreite sprechen: Für ihre filmischen Verdienste wurde Dame Helen Mirren in Hamburg mit dem Douglas-Sirk-Preis ausgezeichnet – und ihren neuen Streifen hatte sie gleich mit im Gepäck.

Noch bis Samstag, 03. Oktober bringt das FilmFest Hamburg internationales Kino an die Elbe – zum Abschluss übrigens mit dem "Tag des freien Eintritts", bei dem insgesamt 37 Streifen in den teilnehmenden Locations kostenfrei in Augenschein genommen werden können.

Gleichzeitig versteht sich das FilmFest nicht allein als Abspielort: Regisseure, Darsteller und andere Verantwortliche reisen in die Hansestadt, stellen ihre Arbeiten vor und treten mit dem Publikum ins Gespräch.

Seit dem Start am Donnerstag, 24. September gehörte die Bühne so zum Beispiel Małgorzata Szumowska und Michał Englert mit dem Auftaktfilm "The Idiot(s)", "Wild Horse Nine" von Martin McDonagh oder "Kinder der Sonne" mit Jella Haase; darüber hinaus gaben sich Wim Wenders, Hanna Schygulla, Doris Dörrie, Thomas D. und viele weitere bereits die Ehre.

Preis würdigt "besonderen Beitrag zur Filmkultur und zur Filmindustrie"

In puncto Prominenz dürfte die 34. Ausgabe des FilmFest Hamburg ihren Höhepunkt jedoch am Dienstagabend erreicht haben: Dame Helen Mirren erschien höchstpersönlich im CinemaxX Dammtor, um den Douglas-Sirk-Preis entgegenzunehmen.

Besagte Auszeichnung ist nach Regisseur und Drehbuchautor Douglas Sirk benannt, der als Hans Detlef Sierck in Hamburg zur Welt gekommen und zur Frühphase des Films nach Hollywood ausgewandert ist. Seit 1995 wurden unter anderem Clint Eastwood, Jodie Foster, David Cronenberg, Tilda Swinton oder auch Sandra Hüller prämiert, um ihren "besonderen Beitrag zur Filmkultur und zur Filmindustrie" anzuerkennen.

Dame Helen Mirren auf dem Roten Teppich in Hamburg (Bild: Brauer Photos / H. Ross)
Dame Helen Mirren auf dem Roten Teppich in Hamburg (Bild: Brauer Photos / H. Ross)

Helen Mirrens Karriere wiederum ist bemerkenswert weit gespannt, schließlich reicht sie von Shakespeare auf renommierten Theaterbühnen über britisches Qualitätsfernsehen und europäischen Autorenfilm bis hin zu bombastischem Popcorn-Kino.

Einem internationalen TV-Publikum wurde Mirren in den frühen 1990ern als Ermittlerin Jane Tennison in der Serie "Prime Suspect" (hierzulande "Heißer Verdacht") bekannt, ehe ihre Verkörperung von Königin Elizabeth II. in Stephen Frears’ "The Queen" im Jahre 2006 sowohl ihren späten Mainstream-Durchbruch als auch eine Oscar-Auszeichnung als Beste Hauptdarstellerin mit sich brachte.

Schon drei Jahre vorher wurde sie von ebenjener Elizabeth II. zur Dame Commander des Order of the British Empire erhoben.

Rückblick und Vorschau in Hamburg

Darüber hinaus ist Mirren auch einem actionaffinen Publikum bestens vertraut: Neben Bruce Willis spielte sie in zwei Teilen von "R.E.D.", hakte durch "Shazam! Fury of the Gods" die schier obligatorische Comic-Adaption ab und ist als Magdalene Shaw, Mutter von Jason Stathams Filmfigur, ein fester Teil des "Fast & Furious"-Franchise.

Am Dienstag hielt Iris Berben die Laudatio auf die 81-jährige Britin, die Hamburg gleichzeitig nicht allein der Auszeichnung wegen aufgesucht hat: Im Anschluss an die Würdigung ihres insgesamt über sechs Jahrzehnte umfassenden Schaffens wurde die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft denkbar organisch geschlagen, indem Helen Mirrens neuer Streifen "Ein Talent fürs Morden" seine Deutschland-Premiere feierte.

Im Film von Anton Corbijn ("Control") ist Mirren als zurückgezogene Schriftstellerin zu sehen, die zu einem letzten Teil ihrer erfolgreichen Krimireihe motiviert werden soll – doch bei der Ausarbeitung eines vermeintlich perfekten Mordes drohen Fiktion und Fakt zu verschmelzen. In weiteren Rollen sind Alden Ehrenreich und Olivia Cooke involviert; der deutsche Kinostart ist für Donnerstag, 05. November angesetzt.

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