Weltspartag: Wie wir uns Problemen anpassen

| Redaktion 
| 30.10.2023

Zum Weltspartag weist die Sparkasse auf ihr diesjähriges Vermögensbarometer hin. Die Befragung zeigt eine abnehmende finanzielle Zufriedenheit der Deutschen auf, dokumentiert aber auch Optimismus.

1924 hat es sich zugetragen, dass Delegierte aus 27 Ländern im Zuge des ersten Internationalen Sparkassenkongresses in Mailand zusammenkamen. Dort riefen sie den Weltspartag ins Leben, der im Jahr darauf erstmals offiziell gefeiert wurde und heute (30. Oktober) folgerichtig bereits zum 99. Mal stattfindet.

Zur Feier der Schnapszahl hat die Sparkasse mittels des jährlichen Vermögensbarometers herausfinden wollen, auf welche Weise die Deutschen ihr Geld gerade im Angesicht unterschiedlicher Herausforderungen zusammenhalten und wo sie am ehesten zu Abstrichen bereit sind.

Ein Viertel in schlechter Verfassung

Die vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) durchgeführte Erhebung erfasst zunächst einmal, dass sich 26 Prozent (Vorjahr: 22 Prozent) der Befragten in einer schlechten finanziellen Lage sehen. Nur noch 34 Prozent würden ihre Situation insgesamt als gut bezeichnen – hier sinkt der Wert um vier Prozentpunkte.
Im Falle eines Haushaltsnettoeinkommens von unter 1000 Euro im Monat liegt der Anteil derer, die ihre finanziellen Zustände als schlecht oder sehr schlecht wahrnehmen, bei bedrückenden 62 Prozent. Bei einer Einkommenshöhe bis 2000 Euro geht er auf 40 Prozent zurück, während Verdienende jenseits der 3000 Euro nur noch zu 12 Prozent über ihre Geldumstände klagen.

Barometer mit Rekordausschlag

Spürbare Preissteigerungen für Lebensmittel und andere alltägliche Bedarfsgegenstände zwingen Befragte zu den stärksten Einschränkungen seit Beginn des Vermögensbarometers vor immerhin 18 Jahren. Diesem zufolge verzichten 71 Prozent auf Dinge des täglichen Bedarfs, 61 Prozent schränken ihren Konsum ein.
Gesunken ist dagegen die Zahl derer, die finanziell für ihren Ruhestand vorsorgen (58 statt wie im Vorjahr noch 61 Prozent) und besonders fleißig sparen: Lediglich elf Prozent legen mehr als 250 Euro im Monat auf die hohe Kante, während 22 Prozent laut eigener Angabe überhaupt keine Rücklagen aufbauen können.

Wo wird gespart?

Günstige Produktalternativen erfreuen sich beinahe gleichbleibender Beliebtheit und werden von vielen Menschen als Antwort auf steigende Preise akzeptiert (62 statt 61 Prozent im Vorjahr). Auch sparsameres Heizen (52 Prozent), seltenere Reisen (40 Prozent) oder reduzierte Restaurantbesuche (49 Prozent) sollen dabei helfen, die Ausgaben überschaubar zu halten.

Den deutlichsten Sprung macht jedoch die Angabe „Ich kaufe weniger ein“, die mit 52 Prozent ganze zehn Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr für sich beansprucht. Beim Auto bekommen wir es dagegen mit dem einzigen Ausreißer in die andere Richtung zu tun: Nur noch 33 Prozent benutzen ihren PKW weniger, um Geld zu sparen – letztes Jahr stimmten hier noch 44 Prozent der Befragten zu.

Bei allem Grund zur Sorge…

Obwohl gelegentlich Zweifel am Optimismus der Deutschen laut werden, zeigen sich die Befragten im aktuellen Vermögensbarometer trotz der derzeitigen Schwierigkeiten wieder zuversichtlicher als in 2022. Während dort noch 31 Prozent von einer Verschlechterung ihrer Situation innerhalb der nächsten zwei Jahre ausgingen, prognostiziert sich nun „nur“ noch ein Viertel eine anhaltende finanzielle Talfahrt.

Auf der anderen Seite rechnen 20 Prozent der Befragten mit einer Verbesserung ihrer Lage in den nächsten sechs Monaten, wobei besonders die Altersgruppe der 14- bis 29-jährigen wohlgestimmt in die Zukunft blickt: Betrachtet auf zwei Jahre geben ganze 63 Prozent von ihnen an, dass sie eine positive Entwicklung erwarten.

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