Preisverleihung in Berlin
First Steps Award ehrt herausragenden Filmnachwuchs

| Redaktion 
| 06.10.2026

Filmhochschulen bringen jedes Jahr neue Regisseure, Drehbuchautoren, Kameraleute und Schauspieler hervor, doch zwischen Abschlussfilm und erstem großen Auftrag liegt häufig noch eine hohe Hürde. Beim Sprung in die Branche will der einst von Bernd Eichinger und Nico Hofmann ins Leben gerufene First Steps Award helfen, der am Montagabend in Berlin an besonders vielversprechende Talente verliehen wurde.

Erst Mitte September durfte Christian Redl den Götz George Preis entgegennehmen, der verdiente Darsteller für ihr Lebenswerk ehrt. Daneben existiert genauso ein Götz George Nachwuchspreis, der junge Schauspieler am Beginn ihrer Laufbahn fördern soll.

Vergeben wird dieser wenige Wochen zeitversetzt im Rahmen des First Steps Award der Deutschen Filmakademie – und genau der ging zu Wochenbeginn über die Bühne des Theater des Westens in Berlin.

Dabei geht es selbstredend nicht allein um die nach der "Schimanski"-Legende benannte Trophäe: Ausgezeichnet werden junge Filmschaffenden am Übergang von der Ausbildung in die professionelle Branche, sodass Abschlussarbeiten von Filmschulen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol im Fokus stehen.

Alle Preisträger aus Berlin

Am Montag führten Malaya Stern Takeda und Maximilian Mundt vor rund 1200 branchennahen Gästen durch den Abend, der insgesamt zehn Auszeichnungen umfasste.

In neun Fällen waren vier unabhängige Jurys für die Entscheidungen des insgesamt mit 132.000 Euro dotierten Awards verantwortlich, während die Veranstalter selbst über den Big Audience Award bestimmen.

  • Abendfüllender Spielfilm: Kilian Friedrich mit Ich verstehe Ihren Unmut (dotiert mit 20.000 Euro)
  • Mittellanger Spielfilm Maximilian Conway mit Hasenfuss (12.000 Euro)
  • Kurzfilm Hae-Sup Sin mit Ban Dal (10.000 Euro)
  • Dokumentarfilm Daniela Magnani Hüller mit Was an Empfindsamkeit bleibt (15.000 Euro)
  • Short Steps Yerkezhan Sabitbekova mit Qamajai (5000 Euro)
  • Drehbuch Celina Rehr mit Blaue Stunde (7000 Euro)
  • No Fear – Bernd Eichinger Award Justus Hagemann mit Vom bösen Blick (7000 Euro)
  • Michael Ballhaus Preis Lea Dähne mit Run me wild (7000 Euro)
  • Götz George Nachwuchspreis Georgia Rushton in Eggshells (10.000 Euro)
  • Big Audience Award Patricia Schütz für das Drehbuch Operation Oberland (7000 Euro)

Der No Fear – Bernd Eichinger Award würdigt Produktionsabsolventen und ist nach dem erfolgreichsten deutschen Produzenten aller Zeiten benannt; seine Tochter Nina Eichinger fungiert als Stifterin.

Beim Michael Ballhaus Preis wiederum werden Kameraabsolventen berücksichtigt, die bestenfalls in den großen Fußstapfen des Namensgebers folgen – immerhin hat Ballhaus zahlreiche Male mit Regie-Legenden wie Rainer Werner Fassbinder oder Martin Scorcese zusammengearbeitet und Klassiker wie "GoodFellas" mit seinem Arbeitswerkzeug eingefangen.

Den eingangs erwähnten Götz George Nachwuchspreis sicherte sich Georgia Rushton für ihre Rolle in "Eggshells", wo sie die Jury mit "großer Konzentration und feinem Gespür für Zwischentöne" überzeugen konnte.

Quasi-Hauptpreis für Kilian Friedrich

Mit 20.000 Euro ist der Preis für den Abendfüllenden Spielfilm am höchsten dotiert, worüber sich in diesem Jahr Kilian Friedrich mit seinem Spielfilmdebüt "Ich verstehe Ihren Unmut" freuen darf.

Kilian Friedrich am Montagabend in Berlin (Bild: First Steps / Eventpresse)
Kilian Friedrich am Montagabend in Berlin (Bild: First Steps / Eventpresse)

Der 93-minütige Streifen folgt der Objektleiterin in einer Reinigungsfirma, die sich nach einem Vorschriftsverstoß zunehmend im Konflikt zwischen ihrem Verantwortungsgefühl und Jobanforderungen wiederfindet.

"Aus alltäglichen Gesprächen und Entscheidungen entwickelt sich eine stetig wachsende Spannung, die nie konstruiert wirkt. Ein eindringlicher Film über Arbeit, Würde und die Widersprüche eines Systems, das von den Unsichtbaren zusammengehalten wird", befindet die Jury.

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