"Ich erlebe oft, dass Menschen ahnungslos Investmententscheidungen treffen"

Krypto-Experte Raphael Zumsteg von ChainDigger erklärt im LEADERSNET-Interview, weshalb 90 Prozent der NFT-Projekte für Anleger und Investoren ungeeignet sind – und was die Branche anders machen muss, um langfristig erfolgreich zu sein.

Raphael Zumsteg ist zwar erst 24 Jahre alt, blickt aber bereits auf eine lange Karriere in der Krypto-Branche zurück. Er ist Co-Founder von ChainDigger und ist damit vorwiegend im NFT-Markt in der DACH-Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz) aktiv. Doch nachdem NFTs 2021 den Sommer ihres Lebens hatten, ist der digitale Hype jetzt vorüber und die Öffentlichkeit scheint sich einig, dass NFTs spekulative Investments sind. Doch stimmt das wirklich? Die Blockchain-Technologie scheint bahnbrechend und revolutionär, wieso dann nicht auch NFTs? Zumsteg 

LEADERSNET: Zuerst einmal für diejenigen, die es nicht wissen: Was sind NFTs?

Zumsteg: NFT steht Non-Fungible Token, was auf Deutsch lose mit "nicht austauschbarer Wert" übersetzt werden kann. Vereinfacht gesagt ist ein NFT also ein einzigartiger Wert, der nicht durch einen anderen ersetzt werden kann. Die NFT-Technologie kam auf, um Eigentum im digitalen Raum zu regeln; man kann sich das wie Echtheitszertifizierungen für digitale Kunst vorstellen. Eine durchaus sinnvolle und vor allem notwendige Technologie, die eigentlich gar nicht auf die in der Öffentlichkeit vor allem bekannten Profilbild-NFTs abzielt.

LEADERSNET: Was sind Ihrer Meinung nach die häufigsten Fehler, die Anleger und Investoren bei Ihren Investments in Kryptowährungen und NFTs machen?

 

Zumsteg: Meiner Meinung nach ist der häufigste Fehler, dass viele ohne Wissen anlegen und handeln. Sie verstehen gar nicht wirklich, was Krypto-Währungen und NFTs genau sind und ausmacht. Dies ist im Übrigen nicht nur bei Investments im Blockchain-Bereich der Fall, auch in meiner Tätigkeit im Finanzwesen habe ich oft erlebt, dass viele Menschen ahnungslos Investmententscheidungen treffen.

Das ist auch ein Grund, weshalb ich schon immer Wert auf eine intensive Beratung gelegt habe – und wir auch jetzt in meiner eigenen Firma einen 1:1 Support anbieten, um unseren Investor:innen alle Fragen zu beantworten. Ein weiteres Thema ist auch, dass viele nur das schnelle Geld vor Augen haben und dann unnötig hohe Risiken eingehen – mit der großen Gefahr, am Ende alles zu verlieren. Viele verstehen nicht, dass solide und professionelle Projekte zwar kurzfristig nicht die schnellsten, dafür aber langfristig die besten sind.

LEADERSNET: Mit welcher allgemein anerkannten Wahrheit in Ihrer Branche, dem Krypto- und dem NFT-Sektor stimmen Sie generell nicht überein? Welche aktuellen Entwicklungen beobachten Sie in Ihrer Branche?

Zumsteg: Ich höre immer noch viel zu häufig, dass Krypto Scam ist. Das finde ich nicht: Auch Krypto-Projekte kann man so aufbauen, dass es kein Scam ist, sondern ein solides, professionelles Unternehmen. Zudem sagt man mir oft, dass NFTs nutzlose Spaß-Investitionen sind. Auch hier muss ich widersprechen: NFTs sind nicht schlecht, wenn man einen Nutzen schafft, reale Werte damit verknüpft und somit einen echten Mehrwert schafft.

Das Problem, das wir hier allerdings haben, ist, dass der Krypto- und NFT-Markt viel zu wenig reguliert ist, um ausschließlich seriöse Projekte auf den Markt zu bringen. Durch die fehlende Regulierung macht man es auch denjenigen Unternehmen schwer, die sich regelkonform aufstellen wollen – aber oftmals gar nicht wissen, wie. Hier müssen Regulierungsbehörden und Krypto-Unternehmen in Zukunft enger zusammenarbeiten.

Diese Entwicklung sehe ich im Übrigen für die gesamte Branche: Die Entwickler und Erfinder von Krypto- und NFT-Geschäftsmodellen werden sich immer mehr bewusst, dass Nutzen, Mehrwert und ein Gegenwert relevant ist für langfristigen, nachhaltigen Erfolg. Sobald ich als Investor einen Nutzen habe, wächst mein Interesse. So wird sich langfristig die Spreu vom Weizen trennen: Es wird weniger Krypto- und NFT-Unternehmen geben, aber die seriösen und professionellen werden überleben.

LEADERSNET: Nachdem NFTs in 2021 den Sommer ihres Lebens hatten, ist der digitale Hype jetzt vorüber und in der Öffentlichkeit macht sich zunehmend ein breiter Konsens breit, der die Auffassung vertritt, dass NFTs gefährliche Spaß-Investitionen sind. Anleger und Investoren verloren nach dem Hype um Krypto und NFTs viel Geld. Die meisten "Non-Fungible Tokens" wurden wertlos, da das Interesse verloren ging. Es braucht also eine Revolution des NFT-Marktes. Wie könnte die Zukunft rund um NFTs aussehen? Wie ist Ihr Standpunkt dazu? Die Blockchain-Technologie scheint bahnbrechend und revolutionär, wieso dann nicht auch NFTs?

Zumsteg: Meiner Meinung nach braucht jedes NFT-Projekt zwei Dinge: Einen konkreten Nutzen und einen echten Wert.
Durch einen Nutzen, oftmals auch Use-Case genannt, schaffe ich eine Anwendbarkeit und erzeuge somit automatisch eine Nachfrage. Ein echter Wert garantiert mir als Investor:in, dass ich nicht nur in "leere Luft" investiere, sondern etwas besitze, das auch einen tatsächlichen, materiellen Wert hat. Somit wird auch verhindert, dass NFTs wertlos werden. Konkreter Nutzen und echte Werte sind auch der Hauptgrund dafür, weshalb mein Geschäftspartner und ich ChainDigger gegründet haben: Wir wollten die Sicherheit echter Werte in den digitalen Raum transferieren.

LEADERSNET: Das inflationäre Umfeld machte deutlich, wie abhängig wir von anderen Ländern sind, wenn es zur Sicherstellung leistbarer Energie kommt. Was sind mögliche Lösungsmöglichkeiten in naher Zukunft?

Zumsteg: Bedenken zu Umweltauswirkungen beim Erstellen der NFTs sind ein bedeutender Kritikpunkt dieser neuen Technologie. Kritisiert wird hierbei der unverhältnismäßige CO2-Fußabdruck von NFT-Transaktionen.

LEADERSNET: Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG)? Was trägt Ihr Unternehmen dazu bei?

Zumsteg: Bei ChainDigger haben wir uns für unseren hauseigenen Nutz-Token für das "Proof of Stake"-Verfahren entschieden, das im Vergleich zum "Proof of Work"-Verfahren, wo unzählige Mining-Anlagen betrieben werden müssen, energieeffizienter ist. Zudem unterstützen wir mit einem Teil unserer Transaktionsgebühren die "Chain of Love", ein Projekt, das vor allem im Bereich Umwelt und humanitäre Hilfe unterstützt. Aktuell findet diese Unterstützung vor allem in Brasilien statt, wo das "Chain of Love"-Team vor Ort Lebensmittel, Trinkwasser und Hygiene-Artikel an die arme Bevölkerung verteilt.
Allgemein glaube ich, dass gerade neue Blockchain-Projekte sich des hohen Energieverbrauchs bewusst sind und aktiv nach Lösungen suchen.

Wir dürfen aber nicht vergessen, dass der Energieverbrauch einer Branche immer durch ihren Nutzen und ihre Akzeptanz in der Gesellschaft gerechtfertigt wird: Wenn wir lesen, dass eine Kryptowährung mehr Energie verbraucht als ein mittelgroßes Land, sind wir zurecht empört. Zu schnell vergessen wir dabei aber, dass beispielsweise unser traditionelles Finanzsystem oder auch andere Industrien wie die Stahlindustrie Unmengen mehr an Energie verschlingen als Blockchain-Projekte. Nur sind diese Branchen natürlich viel breiter akzeptiert und tragen seit Jahrhunderten dazu bei, dass unsere Gesellschaft erfolgreich funktioniert. Diesen Meilenstein haben Blockchain, Krypto und NFTs erst noch zu meistern.

LEADERSNET: Sie sind im Investment-Sektor tätig. Entwicklungen schritten hier nur zögernd bzw. widerwillig voran Stehen wir an einem Wendepunkt hin zu datengetriebenen Geschäftsmodellen? Wo geht die "Reise" hin? Welche aktuellen Entwicklungen beobachten Sie im NFT-Sektor? Was macht Ihr Unternehmen in diesem Zusammenhang anders?

Zumsteg: Ja, diesen Wendepunkt hin zu datengetriebenen Geschäftsmodellen sehe ich absolut. Bereits heute nutzen Datencenter die Blockchain, aber noch ist der Einsatz verhältnismäßig teuer im Vergleich zu konventionellen Methoden. Wenn sich die Preise hier regulieren und Daten günstiger auf der Blockchain gelagert werden können, werden wir uns weiter und schneller in Richtung Blockchain bewegen. Dies wird sich aber, wie Sie sagen, noch eine Weile hinziehen.

Zudem stelle ich immer wieder fest, dass sich auch das kollektive Verständnis für die Blockchain-Technologie noch weiter entwickeln muss, damit sie als valide Alternative anerkannt wird. Viele Menschen sind noch skeptisch und zurückhaltend – wie oft, wenn es um technische Neuerungen geht. Auch dem Internet standen anfangs viele kritisch gegenüber. Bei ChainDigger erleichtern wir unseren Investor:innen den Einstieg in diese "neue Welt", indem wir die "neue" mit der "bekannten" Welt verknüpfen: Wir bieten NFTs an, die mit raren Luxusgütern hinterlegt sind. Auch wenn sich nicht jeder vorstellen kann, wie ein NFT genau aussieht, was es bedeutet, einen Anteil eines Schmuck-Unikates oder eines Kunst-Meisterwerks zu besitzen, kann sich jeder vorstellen.

LEADERSNET: Sie blicken bereits in jungen Jahren auf eine erfolgreiche berufliche Karriere zurück. Wie kamen Sie zu Kryptowährungen und NFTs?

Zumsteg: Ich habe bereits in einem sehr jungen Alter angefangen, im Finanzwesen zu arbeiten und kam somit schon sehr früh mit den verschiedensten Investment-Möglichkeiten wie Festgeld, Aktien, Fonds oder Obligationen in Berührung. Bedingt durch dieses Umfeld wurde ich auch sehr früh auf Kryptowährungen und NFTs aufmerksam und habe – auf Grund meiner Erfahrung mit traditionellen Anlagen – gesehen, welch enormes Potential in diesen neuen Technologien liegt.

LEADERSNET: Was wissen Sie heute über Krypto/ NFT, was Sie gerne darüber gewusst hätten, als Sie damit angefangen haben?

Zumsteg: Ein Thema, in das ich mich in den letzten Monaten intensiv eingearbeitet habe, ist alles rund um das Thema "Veräußerung von Tokens/Coins" – wie ICO (=Initial Coin Offering), Pre-Sale, STO (=Security Token Offering) – und wie die Kurse jeweils berechnet werden. Uns als Firma ist Transparenz und Seriosität sehr wichtig, deswegen sind wir auch hier ganz genau.

LEADERSNET: Denken Sie an Dinge wie Geldanlage und Vorsorge für das Alter und wie ist Ihr Zugang dazu?

Zumsteg: Die Vorsorge fürs Alter ist immer ein wichtiges Thema. Persönlich setze ich, berufsbedingt, natürlich auf Krypto- und Blockchain-Projekte, jedoch niemals ausschließlich. Meine Devise ist „diversifiziertes Investieren ist intelligentes Investieren". Ich streue breit, auch in traditionelle Anlage-Klassen, und setze auch auf Edelmetalle, als Wertspeicher.

LEADERSNET: Was ist der beste Ratschlag, den Sie für ihre berufliche Laufbahn und Ihr Leben je erhalten haben und was ist die wichtigste Lektion, die Sie aus all dem gelernt haben?

Zumsteg: Als Jugendlicher hat mir ein Bekannter einmal erzählt, was einen Millionär von einem Nicht-Millionär unterscheidet: Ein Millionär ist 100 Mal hingefallen und 101 Mal wieder aufgestanden. Ich bin eine absolute Kämpfernatur und gebe niemals auf. Auch wenn es mal zäh ist oder anstrengend, ich mache immer weiter und bleibe dran. Diese Lektion verfolge ich auch heute, jeden Tag. Nichts kann mich von meiner Mission abbringen.

LEADERSNET: Wenn Sie auf Ihre bisherige Karriere zurückblicken, was würden Sie sagen, war Ihr größtes Glück?

Zumsteg: Mein größtes Glück war, dass ich meinen heutigen Geschäftspartner, Rade Djuric, kennengelernt habe. Er hat mir unheimlich viel beigebracht und mir den Weg gezeigt, den ich bereits als 15-jähriger Junge, der innerhalb von zehn Jahren Multi-Millionär sein wollte, gesucht habe. Ich bin sehr stolz, dass wir mittlerweile gemeinsam eine Firma gegründet haben und unsere Mission in die Welt bringen.

www.chaindigger.ch

Über Raphael Zumsteg

Raphael Zumsteg ist Co-Founder des Schweizer FinTech ChainDigger, das NFTs mit echten Sachwerten in Form von raren Luxusgütern hinterlegt. ChainDigger macht Digitales real und zeigt, dass die Blockchain-Technologie auch echten Nutzen und Mehrwert für Kunden bieten und im Luxusgüterbereich neue Absatzmärkte erschließen kann.

Zumsteg wurde vor 24 Jahren in Rumänien geboren. Mit knapp drei Jahren wurde er adoptiert und in die Schweiz geholt. "Ich bin sehr dankbar, dass ich in einem so schönen und wohlhabenden Land wie der Schweiz aufwachsen durfte und meine Eltern mir dieses Leben ermöglicht haben", erzählt er gegenüber LEADERSNET.

Der Jungunternehmer hatte bereits mit 15 Jahren das Ziel, mit 25 Multi-Millionär zu sein. "Noch kann ich das schaffen", gibt sich der 24-Jährige zuversichtlich. Dass er dabei nicht den konventionellen Weg gehen konnte, den seine Eltern sich für ihn gewünscht hatten, wusste er damals schon. "Ich musste mich erst einmal gegen ihren Willen durchsetzen, was mir nicht immer leichtgefallen ist. Mit kleinen Umwegen und nach einigen Rückschlägen habe ich nun meinen Weg gefunden und bin heute sehr stolz, dass ich mir selbst immer treu geblieben bin", so Zumsteg.

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Über Raphael Zumsteg

Raphael Zumsteg ist Co-Founder des Schweizer FinTech ChainDigger, das NFTs mit echten Sachwerten in Form von raren Luxusgütern hinterlegt. ChainDigger macht Digitales real und zeigt, dass die Blockchain-Technologie auch echten Nutzen und Mehrwert für Kunden bieten und im Luxusgüterbereich neue Absatzmärkte erschließen kann.

Zumsteg wurde vor 24 Jahren in Rumänien geboren. Mit knapp drei Jahren wurde er adoptiert und in die Schweiz geholt. "Ich bin sehr dankbar, dass ich in einem so schönen und wohlhabenden Land wie der Schweiz aufwachsen durfte und meine Eltern mir dieses Leben ermöglicht haben", erzählt er gegenüber LEADERSNET.

Der Jungunternehmer hatte bereits mit 15 Jahren das Ziel, mit 25 Multi-Millionär zu sein. "Noch kann ich das schaffen", gibt sich der 24-Jährige zuversichtlich. Dass er dabei nicht den konventionellen Weg gehen konnte, den seine Eltern sich für ihn gewünscht hatten, wusste er damals schon. "Ich musste mich erst einmal gegen ihren Willen durchsetzen, was mir nicht immer leichtgefallen ist. Mit kleinen Umwegen und nach einigen Rückschlägen habe ich nun meinen Weg gefunden und bin heute sehr stolz, dass ich mir selbst immer treu geblieben bin", so Zumsteg.

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