Deutscher KI-Preis
Drei Awards, ein Signal: Aus Forschung soll wirtschaftlicher Fortschritt werden

Beim Deutschen KI-Preis standen am Mittwochabend ein Forschungsansatz für Tabellendaten, der industrielle Einsatz der Technologie und automatisierte Materialentwicklung im Rampenlicht. In Anwesenheit der Wirtschaftsministerin würdigte die von Die Welt verliehene Auszeichnung insbesondere um Lösungen, die Deutschlands KI-Ökonomie nennenswert vorantreiben könnten.

Künstliche Intelligenz ist ein ausgesprochen vielfältiges Zukunftsversprechen: Die Technologie soll Krankheiten früher erkennen, industrielle Abläufe effizienter machen und komplexe Entscheidungen erleichtern – doch ehe aus einer wissenschaftlichen Entdeckung ein wirtschaftlicher Durchbruch wird, ziehen häufig viele Jahre ins ganz und gar reale Land.

Davon inspiriert stellt der Deutsche KI-Preis Entwicklungen in den Vordergrund, die branchenverändernde Potenzial und den Sprung vom Labor in die Praxis bereits hinter sich haben.

Verliehen wird die Auszeichnung bereits seit sieben Jahren von Die Welt, um die verändernden Facetten von KI für Wirtschaft und Gesellschaft hervorzuheben. Drei Kategorien bilden dieses Spektrum ab: Der Innovationspreis würdigt wissenschaftliche und technologische Durchbrüche, der Anwenderpreis den Einsatz von KI in der unternehmerischen Praxis und der Startup-Preis entsprechend junge Unternehmen mit zukunftsweisenden Geschäftsmodellen.

"Das zeigt, dass Europa nicht nur forschen kann"

Nachdem sich in den vergangenen Jahren unter anderem der Übersetzungsdienst DeepL, das Heidelberger KI-Unternehmen Aleph Alpha oder der Workflow-Spezialist n8n prämieren lassen durften, wurden drei neue Preisträger am Mittwochabend im Berliner Axel-Springer-Hochhaus gekürt.

Der KI-Innovationspreis ging an Professor Frank Hutter von der Universität Freiburg, der für TabPFN verantwortlich zeichnet – einen Machine-Learning-Ansatz, der Vorhersagen auf Basis strukturierter Tabellendaten erheblich vereinfachen soll.

Statt für jede neue Aufgabe ein eigenes Modell zu trainieren, kann das Verfahren bereits auf kleinen Datensätzen leistungsfähige Prognosen liefern, was seinen potenziellen Wert für medizinische Anwendungen, Lieferketten und Finanzdaten enorm steigert. Entwickelt wurde die Technologie vom Freiburger Spinoff Prior Labs, von SAP übernommen und zum Aufbau eines führenden KI-Labor für strukturierte Daten genutzt werden soll.

"Was Prof. Frank Hutter und sein Team geleistet haben, ist der Blueprint für moderne Technologieentwicklung", schwärmt Moritz Seyffarth, Stellvertretender Chefredakteur der Redaktionen der.

"Von der Veröffentlichung in Nature bis zur SAP-Integration in weniger als zwei Jahren: Das zeigt, dass Europa nicht nur forschen kann. Wir können Ideen auch schnell kommerzialisieren. Und darum hat er den Deutschen KI-Preis absolut verdient."

Die versammelten Preisträger in Berlin (Bild: Axel Springer SE)
Die versammelten Preisträger in Berlin (Bild: Axel Springer SE)

Mit dem KI-Anwenderpreis würdigt die Jury die Robert Bosch GmbH für ihre Überführung von Künstlicher Intelligenz aus der Entwicklungsabteilung in elementare Industrieprozesse. Der Technologiekonzern setzt KI unter anderem in der Fertigung ein, wo sie Produktionsabläufe optimieren, Maschinenzustände analysieren und Fehler frühzeitig erkennen kann.

Die Auszeichnung steht damit für eine Perspektive auf KI, die neben der Entwicklung neuer Modelle vor allem deren wirtschaftliche Skalierung betont: Entscheidend ist nicht lediglich, was Künstliche Intelligenz leisten kann, sondern auch, ob sie sich zuverlässig und im benötigten industriellen Maßstab einsetzen lässt.

Startup-Preis für schnellere Werkstoff-Entwicklung

Last, but not least sicherte sich Dunia Innovations aus Berlin den KI-Startup-Preis, das sich auf die Beschleunigung der Materialforschung spezialisiert hat. Das vier Jahre alte Unternehmen verbindet KI mit Robotik und will so den Weg von der digitalen Simulation zum physisch getesteten Material verkürzen.

Herzstück ist die IRIS-Plattform, die Forschungsprozesse automatisieren und Experimente effizienter machen soll. Dahinter steht ein Problem, das zahlreiche Industriezweige beschäftigt: Neue Materialien zu entwickeln und unter realen Bedingungen zu testen, ist häufig zeit- und kostenintensiv.

Dunia will diese Schleifen verkürzen und so die Entwicklung neuer Werkstoffe beschleunigen. Vor dem Triumph in der Heimatstadt musste sich das Startup in einem Live-Pitch gegen die ebenfalls Nominierten Black Forest Labs und Opus behaupten.

"Der Deutsche KI-Preis ist mehr als eine Auszeichnung – er ist eine Bestandaufnahme der deutschen KI-Ökonomie", resümiert Mathias Sanchez, CEO der Premium-Gruppe. "Die diesjährigen Preisträger beweisen: Wir haben in Deutschland das Zeug zu Deep-Tech-Innovationen, wenn Politik, Forschung und Industrie zusammenarbeiten."

Deutscher KI-Preis 2026

Alle Preisträger in der Übersicht

  • KI-Innovationspreis: Professor Dr. Frank Hutter (TabPFN)
  • KI-Anwenderpreis: Robert Bosch GmbH
  • KI-Startup-Preis: Dunia Innovations

 

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Deutscher KI-Preis 2026

Alle Preisträger in der Übersicht

  • KI-Innovationspreis: Professor Dr. Frank Hutter (TabPFN)
  • KI-Anwenderpreis: Robert Bosch GmbH
  • KI-Startup-Preis: Dunia Innovations

 

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